Wo bist du, Ewiger?
Wo?
Wohin sollen wir gehen?
Wo sollen wir dich suchen?
Im Grab?
In aller Welt werden heute neue Gräber ausgehoben.
In der Hölle?
Die Fürsten aus der Hölle überziehen die Welt mit ihren Kriegen.
In den Häusern der Trauer?
Da ist niemand, der über den Tod hinwegtröstet.
Wo bist du?
Wir finden dich nicht
und klagen dir unsere Schmerzen.
Spürst du sie?
Die Schmerzen der Verzweifelten,
die Schmerzen der Kranken,
die Schmerzen der Verwundeten,
die Schmerzen der Trauernden.
Du hast uns doch das Leben verheißen.
Wo bist du?
Wir finden dich nicht
und erstarren vor der höllischen Gewalt.
Siehst du sie?
Die Kriege?
Die Bosheit?
Die Verwüstung?
Die schamlose Willkür?
Du hast uns doch den Frieden geschenkt.
Wo bist du?
Wir finden dich nicht
und haben Angst.
Was sollen wir glauben?
Was sollen wir sagen?
Bist du das Leben?
Bringst du den Frieden?
Bist du die Hoffnung?
Wo bist du?
Wir finden dich nicht.
Wir warten.
Wir warten auf das Leben
und trösten die Trauernden.
Wir warten auf das neue Licht
und verbinden die Wunden.
Wir warten und verlassen dich nicht.
Wir warten auf den Frieden.
Warten auf den Morgen.
Wir warten auf dich.
Amen.
Quelle: Wochengebet der VELKD